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Anthony Weiner und Huma Abedin. Photo by Sonia T.360/ Flickr

 

Hillary Clinton ist in diesem Wahlkampf sehr bemüht, menschlich nahbar zu erscheinen. Deshalb trat sie auch vor einigen Monaten in der beliebten Comedy-Show „Saturday Night Live“ auf. Sie spielte eine Barkeeperin, bei der sich eine Figur namens Hillary ausweinen durfte.

Während diese „Hillary“ trank und leise vor sich hin sang, verschwand die echte Hillary und wurde von „Huma“ ersetzt. Die Botschaft war glasklar: Denn Huma, damit ist, wie jeder politikkundige Amerikaner weiß, niemand anderes gemeint als Huma Abedin, Clintons Schatten, wie das Magazin Politico sie gern nennt.

Die 40-jährige New Yorkerin Abedin arbeitet in verschiedensten Positionen seit 1996 für die demokratische Politikerin, zuletzt als Vizechefin der Wahlkampagne. Schon mit 19 Jahren machte sie ein Praktikum im Büro der damaligen First Lady. Nach ihrem Studium wollte sie eigentlich  Journalistin werden, so wie ihr großes Vorbild, die berühmte CNN-Moderatorin Christiane Amanpour, und aus dem Weißen Haus berichten. Doch aus diesem Plan wurde nichts. Sechzehn Jahre später zeigte sich Abedin in einem Interview mit dem Fortune-Magazin darüber keineswegs unglücklich: „Ich würde nichts ändern.“

Kein so großes Glück hatte sie leider mit ihrem Ehemann Anthony Weiner. Der charismatische New Yorker Politiker war in den 2000er-Jahren zwar einer der strahlenden Kometen am Himmel der Demokraten, aber er hat eine verheerende sexuelle Leidenschaft. Immer wieder verschickte er in den vergangenen Jahren sogenannte dick-pics, Bilder mithin, die mehr oder weniger verdeckt seine Genitalien präsentieren. Als er  2011 bei diesem „Sexting“ aus Versehen eine Foto via Twitter veröffentlichte, spülte ihn der anschließende Sturm der Entrüstung aus seinem Amt als Kongressabgeordneter.

Huma Abedin stand ihm ihn dieser Zeit bei. In trauriger Erinnerung ist vielen noch die Pressekonferenz, bei der sie offenkundig am Ende ihrer Kräfte, Weiners Verhalten noch verteidigte, als seine politischen Weggefährten ihn längst fallengelassen hatten. Erst kürzlich verließ sie ihren Mann, als er in Verdacht geriet, beim Sexting mit einer Fünfzehnjährigen zusammen gewesen zu sein. In diesem Zusammenhang hat das FBI nun die Computer des Ehepaars beschlagnahmt und darauf E-Mails von Clinton entdeckt, die wieder mit Blick auf deren E-Mail-Affäre untersucht werden sollen. Hillarys Mitarbeiterin  und Freundin wird so ungewollt ins Rampenlicht gerückt – und gefährdet deren Siegchancen bei den Präsidentschaftswahlen in einer Woche.