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Hillary Clinton kann bald wieder lachen. Photo by Paul Kohn / Flickr

 

Das politische System der USA ist in Gefahr. Und das hat vor allem einen Grund: das Verhalten der Republikaner.

Sie blockieren nicht nur seit über einem halben Jahr die Neubesetzung des freien Platzes am Supreme Court, obwohl ein hoch qualifizierter Kandidat von Präsident Barack Obama nominiert worden ist. Sie üben zudem in der Email-Affäre von Hillary Clinton unerhörten Druck auf den Chef des FBI James Comey aus. Deshalb hat er nun gegen den Rat des Justizministerium den Kongress über Clinton-Mails an eine Mitarbeiterin informiert, obwohl sie wahrscheinlich in keinem Zusammenhang zu dem Vorwurf stehen, dass die Ministerin geheime Emails auf ihrem Privatserver empfangen und versandt hat. Comey liefert dennoch Verdächtigungen, die sich prima in ihrer Schmutzkampagne gegen Clinton nutzen lassen. So ein manipulatives Verhalten hat es selbst in der Geschichte der bisweilen brutalen US-Wahlkämpfe noch nie gegeben.
Dieser Vorfall illustriert aufs Schönste, wie tief die Republikaner mittlerweile gesunken sind – der FBI-Chef ist übrigens auch ein Mitglied der Partei. Sie kennen keine moralischen Standards und keinen politischen Anstand mehr, weil sie fürchten, dass nicht nur ihr Präsidentschaftskandidat die Wahl haushoch verliert, sondern ihre Mehrheit im Senat und in allerlei Bundesstaaten bald passé sein wird. Sie dürfen sich also nicht wundern, warum gerade Donald Trump ihr Bannerträger geworden ist. Denn er verkörpert die destruktive und hoch gefährliche Haltung der Partei wie kein zweiter.
Das heißt aber auch: Selbst wenn Trump am 8. November bei den Wahlen Clinton unterliegt – was kaum noch in Frage steht –, werden die Republikaner nicht zur Vernunft kommen. Schon haben wichtige Politiker der Partei angekündigt, keinen Richter in den Supreme Court zu wählen, den die demokratische Präsidentin Clinton nominiert. Was soll aus diesen USA nur werden?