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Ist in Kalifornien aufgewachsen und für die USA in den Krieg gezogen, obwohl gebürtiger Mexikaner: Daniel Torres.

 

Von Steven Geyer

SAN DIEGO. Wenn man das „Trans-Border Institute“ der Universität von San Diego besucht, bekommt man eine Vorstellung davon, wie sehr die Grenze zu Mexiko die Stadt und die Region wirklich beeinflussen. „Je weiter man sich von Mexiko entfernt, desto hitziger wird die Frage der „illegalen“ Einwanderung debattiert“: Das sagt uns sogar ein US-Grenzschützer der Border Patrol so.

Hier in San Diego, wo ein städtischer Ausflugspark am Strand direkt an Tijuana grenzt – was mit meterhohen Zäunen und quasi-militärischem Aufwand abgeschirmt wird – sieht man die Lage komplexer, ambivalenter, auch pragmatischer. Am „Trans-Border Institute“ der SDU – immerhin eine teure Privatuni – kann man verschiedenste Grenzfragen studieren (https://www.sandiego.edu/peacestudies/institutes/tbi/about), Einwanderungsrecht ist da noch die naheliegendste.

Wir besuchen aber auch eine Podiumsdiskussion am Institut, an der unter anderem eine junge Einwanderungs-Anwältin teilnimmt, die als Einwanderin ohne Papiere in den USA aufwuchs und bis heute kein dauerhaftes Aufenthaltsrecht hat. Auch dabei: Daniel Torres (30, Foto), der als „Illegaler“ in Kalifornien aufwuchs, rechtlich noch Mexikaner war, sich aber so sehr als Amerikaner fühlte, dass er seinem Land dienen und sich so womöglich die Staatsbürgerschaft erschwindeln wollte: Mit gefälschter Geburtsurkunde trat er der US-Armee bei und kämpfte für Amerika im Irak. Als seine Lüge aufflog, wurde er von den Marines entlassen – wegen seines Kriegseinsatzes zumindest nicht „unehrenhaft“ – und musste zurück nach Mexiko.

In Tijuana traf er etliche Veteranen der US-Armee, die sich als Mexikaner zum Kampfeinsatz gemeldet hatten und später, durch kleinere Vergehen aufgefallen, abgeschoben worden waren. Und Daniel Torres fand heraus, dass sein Kriegseinsatz und sein weißes Führungszeugnis ihm tatsächlich zur US-Staatsbürgerschaft verhelfen könnten. Tatsächlich ging der Plan dank einem guten Einwanderungsanwalt auf – im April wurde er als Amerikaner eingeschworen und durfte sein Studium in San Diego beenden (http://www.latimes.com/…/la-me-ln-immigrant-military-servic…). Manchmal gibt es eben doch ein Happy End für einen „illegalen“ Einwanderer.