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Direktor der Middle School: Allen Teng.

 

Von Steven Geyer

SAN DIEGO. Wenn man in City Heights in einen Starbuck’s geht, erlebt man eine Sitzung der Vereinten Nationen, sagt unser Taxifahrer über San Diegos Multikulti-Stadtteil. Über die Jahrzehnte haben sich neben den Latinos etliche andere Immgranten-Communitys angesiedelt, in den letzten Jahren vor allem Somalier und Burmesen, zuletzt aber auch viele Syrer, die wegen der großen arabischsprachigen Gemeinde in San Diego hier angesiedelt wurden. Insgesamt werden in City Heights 460 Sprachen gesprochen, erklärt uns die Schulbehörde. In 70 Prozent der Haushalte ist Englisch nicht die erste Sprache, die Kinder lernen.

Das wirkt sich natürlich auch auf die Schulen im Stadtteil aus. Die Migranten- und Flüchtlingskinder werden umgehend eingeschult (die Tortengrafik zeigt ihre Herkunft an der Crawford Middle und High School in City Heights). Sie bekommen ein Jahr lang zusätzlichen Englischunterricht, gehen aber ansonsten in die normalen Klassen. In den letzten drei Jahren betraf das im ganzen Schulbezirk knapp 800 Schüler, die meisten davon in City Heights.

Allen Teng (Foto), Direktor der hiesigen Middle School, weiß, dass seine Schule deshalb in anderen Vierteln nicht den besten Ruf hat. Aber es ist schon deutlich besser geworden, erzählt er. In der Schule kümmern sich „Welcoming Center“, Paten und Jugendorganisationen von Flüchtlingshilfsorganisationen um die neuen Schüler. Seit einem Jahr versucht die Schulbehörde auch, statt reinen Willkommensklassen die Einwandererkinder sofort in die normalen, etwa 30-köpfigen Klassen zu integrieren – in denen dann ein zweiter Lehrer vor Ort ist, um den Kollegen vorn an der Tafel zu unterstützen, indem er einzelnen Schülern direkt am Platz hilft.

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