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Felicia Escobar (li.) mit Präsident Obama. Photo by White House

 

Felicia Escobar ist Obamas Top-Frau in Integrationsfragen: Als „Special Assistant to the President for Immigration Policy“ leitet sie die Reform der US-Integrationspolitik und wurde als Integrationsexpertin aus dem Senat ins Weiße Haus geholt, um ein modernes Regierungskonzept für ein „Einwanderungssystem fürs 21. Jahrhundert“ zu entwickeln (https://www.whitehouse.gov/blog/author/felicia-escobar).

Die Obama-Regierung sei weit damit gekommen, erzählt sie uns in Washington. Beinahe hätte es mit der großen Integrationsreform geklappt, die vielen Einwanderern, die als Kinder mit ihren Eltern ohne Papiere in die USA kamen, einen Weg zu einem dauerhaften Bleiberecht eröffnet hätte. Doch die Republikaner stellten sich quer, der Oberste Gerichtshof war gespalten, das Gesetz liegt auf Eis.

Dennoch sei viel erreicht worden, sagt Felicia Escobar. Es gebe nun Programme wie „Welcoming America“, die Gemeinden dabei unterstützen, Einwanderer und Flüchtlinge aufzunehmen – und die zugleich für eine positive Willkommenskultur sorgen. Ihre Behörde habe das gemeinsam mit NGOs auf die Beine gestellt – und dabei in einigen Gegenden die Anti-Immigrations-Stimmung in ihr Gegenteil gekehrt.

Inhaltlich werfe man heute einen anderen Blick auf Einwanderung: Statt Assimilation strebe man Integration an – jeder Amerikaner solle zwar gleiche Werte und auch Englisch als „language of opportunity“ teilen; Einwanderer sollten aber ihre Kultur und Sprache nicht aufgeben: Sie können eine Brücke in ihre Heimatländer sein, was den USA auch ökonomisch nutze, so Escobar.

„Wir sind eine Nation der Einwanderer“, sagt auch sie, „es gab aber immer auch Kämpfe und Widerstände in dieser Geschichte.“ Trotz der aggressiven Anti-Einwanderungs- und Anti-Islam-Rhetorik im Wahlkampf – die sie als Regierungsbeamte keinesfalls kommentieren werde – sieht sie keine wachsende Ablehnung gegenüber Einwanderern in Amerika: „Ich beschäftige mich seit 20 Jahren mit dem Thema“, sagt sie, „und in Umfragen sagt längst die große Mehrheit der Amerikaner, dass Immigration uns mehr nutzt als schadet.“ Der Teil der Bevölkerung, der Ängste hat, sei nicht gewachsen, so Escobar, er habe in diesem Jahr nur ein größeres Mikrofon.