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Washington / Kareem Shora hat eine erstaunliche Karriere vorzuweisen: vom Gegner des US-Heimatschutzministeriums wurde er zum führenden Angestellten der Anti-Terror-Behörde, der nun intern dafür sorgen soll, dass sie sich an Bürgerrechte und Datenschutz hält. Außerdem pflegt seine unter Obama neu gegründete Abteilung den Kontakt zur muslimischen Community in den USA.

Als das Department of Homeland Security (DHS) in Reaktion auf den 11. September 2001 gegründet wurde, um die Terrorabwehr der USA zu bündeln und zu verbessern, war Kareem Shora gerade in einer NGO aktiv, die sich gegen die wachsende Diskriminierung von Muslimen einsetzte. Unter anderem verklagte sie das DHS wegen eines Überwachungsprogramms für Muslime und Nahost-Reisende – und bekam Recht.

Nach dem Regierungswechsel stellte ihn die Behörde dann selbst an: in der neuen Abteilung für Bürgerrechte ist er heute Sektionschef für „Community Engagement“. „Mein Job ist es, Brücken zu bauen“, sagt er. Gemeinsam mit muslimischen Gemeinden versucht sein Team, der Radikalisierung von Teenagern vorzubeugen, organisiert Runde Tische mit FBI-Beamten, Lokalpolitikern und Moscheegemeinden, prüft aber auch Gesetzesentwürfe des DHS auf die Vereinbarkeit mit Bürgerrechten und Diskriminierungsverbot.

Shora, 43, ist selbst Einwanderer: In Syrien geboren und in Saudi Arabien aufgewachsen, kam er mit 17 mit seinen Eltern nach West Virginnia – heute fühlt er sich zu 100 Prozent als „Appalachian American“ – wobei die ärmliche Appalachen-Region in den USA nicht gerade multikulturell zusammengesetzt ist.

Die aktuelle Debatte über Einwanderung und den Islam verfolgt er mit Sorge: Die Flüchtlinge, die die USA aus Nahost aufnehmen, seien intensiver durchleuchtet als jeder andere, der in Amerika lebt. Und wer einen Polizisten frage, höre, dass bewaffnete US-Bürger, die die Polizei nicht respektieren und auf sie feuern, zahlenmäßig eine deutlich größere Bedrohung für die innere Sicherheit der USA seien als „gewaltbereite Extremisten“. Dass derzeit die „politische Rhetorik“ so verfängt, mache ihn traurig. Konkreter darf er als Regierungsbeamter nicht werden. Nur so viel: „Die USA waren immer eine Nation der Einwanderer“, sagt Shora, „niemand kann reklamieren, was es heißt amerikanisch zu sein. Und gerade das ist unsere Stärke.“