Wir werden nicht jeden Hustenanfall von Hillary Clinton untersuchen“, sagte Starmoderator Bill O‘Reilly vom ultrakonservativen Nachrichtensender Fox vergangene Woche. Doch der Kollaps der Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton bei der Gedenkveranstaltung für die 9/11-Opfer ist natürlich das Topthema der Nachrichten  – und das keineswegs nur bei den ihr feindlich gesonnenen Medien.

Das Problem ist dabei weniger, dass sie kurzzeitig kollabierte. Vielmehr geht es darum, wie ihr Wahlkampfteam dem Journalistentross, der sonst jede Bewegung der Kandidatin verfolgt, erst Informationen verweigerte und dann verschiedene Versionen als Grund für den Kollaps anführte.

Diese restriktive Informationspolitik entspricht Clintons Vorgehen bei früheren Gesundheitsproblemen. Drei Mal musste sie sich wegen Blutgerinnseln behandeln lassen seit 1998. Alles keine großen Sachen, wie es scheint. Doch nur als es gar nicht anders ging – sie musste eine Aussage als Außenministerin im Bengasi-Untersuchungsausschuss absagen – erfuhr die Öffentlichkeit unmittelbar den gesundheitlichen Grund. So ein Verhalten schadet ihrer Glaubwürdigkeit, an der ohnehin schon viele Amerikaner zweifeln. Das kann für sie gefährlich werden. Denn von einer künftigen Präsidentin erwarten die Wähler zu Recht sowohl eine robuste Gesundheit als auch große Offenheit über ihre Gesundheit.