Trump-Wahlkampf-Arizona

Wenn es möglich ist, etwas zweideutig zu formulieren, dann macht Donald Trump es. Lange Zeit mit Erfolg. Die Medien und sozialen Netze explodieren jedes Mal förmlich. Gegner und Befürworter des US-Präsidentschaftskandidaten der Republikaner schlagen sich virtuell die Köpfe ein – und am Ende sagt Trump:

„War alles nicht so gemeint. Ich verstehe die Aufregung gar nicht. Aber man wird das Thema doch mal ansprechen dürfen …“ Dieses Mal war das Thema das Waffenrecht, das Hillary Clinton wie Präsident Barack Obama und viele vernünftige Politiker in den USA – ja, die gibt es noch – gern schärfer kontrollieren möchte.
The Donald sieht das naturgemäß anders. Weniger aus Überzeugung; dagegen sprechen einige seiner früheren Kommentare zu Waffen. Sondern weil die größte Waffenlobby des Landes, die NRA, ihn stark unterstützt und als Bündnispartner für einen republikanischen Kandidaten einfach unersetzbar ist. Deshalb hofft er sicher nicht, dass Clinton gleich erschossen wird, auch wenn es so klang. Doch als PR-Coup in einer für ihn schwierigen Phase des Wahlkampfes setzt er offenbar gern wieder auf missverständliche Knalleraussagen. Die haben ihm schließlich zu einem grandiosen Triumph im Vorwahlkampf verholfen. Jetzt sieht es allerdings so aus, als ob er mit seinen aggressiven Tiraden allmählich selbst die eigenen Wähler verschrecken könnte.
Was waren das noch für Zeiten, als der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain 2008 Angriffe auf die Herkunft und Religion seines Konkurrenten Barack Obama mit den Worten konterte: „Er ist ein anständiger Mann, ein amerikanischer Bürger. Wir haben nur unterschiedliche Ansichten über fundamental wichtige Themen. Darum geht es hier im Wahlkampf.“ Von Trump ist solch eine Noblesse nicht zu erwarten. Das könnte ihm mit der Zeit noch zum Verhängnis werden. Traurig müsste darüber keiner sein.