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Unscharfe Vision der Republikaner – und eine Drohung oben in der Mitte. Photo by Haufler

 

Von Damir Fras

Die Republikanische Partei in den USA steht vor dem Zerfall. Ihre führenden Mitglieder weigern sich noch, dies zu akzeptieren. Das mag man verstehen angesichts der Schmerzen, die die feindliche Übernahme durch Donald Trump ausgelöst hat. Aber auf Dauer wird sich der Zerfall nicht leugnen lassen. Aus der „Grand Old Party“ (GOP) ist ein verzweifelter Haufen geworden, den nur die Hoffnung zusammenhält, im November nach acht Jahren der Abstinenz wieder den Präsidenten zu stellen, und der Hass auf die politische Gegnerin Hillary Clinton.

 

Hoffnung und Hass aber taugen kaum als Bindemittel für eine politische Partei. Gewinnt Trump die Wahl, kann die GOP zwar einen Erfolg feiern. Doch es wäre auch endgültig bestätigt, dass aus der Partei von Abraham Lincoln und Ronald Reagan ein Wahlverein für Trump geworden ist.
Dabei ist schon heute klar: Trump braucht die Republikaner gar nicht mehr, um in den Wahlkampf zu ziehen.  Sein Programm ist er selbst. Wenn es schon die 14 Millionen  Wähler, die sich im Vorwahlkampf für ihn entschieden haben, nicht gemerkt haben, die Führungsebene der Republikaner hätte es merken müssen: Trump hat keine Idee, er agiert wie ein Gebrauchtwagenverkäufer, der davon lebt, dass ihm die Menschen auf den Leim gehen. Trump denkt zuerst an sich, dann kommt lange nichts, und dann denkt er wieder an sich. Die Sorgen und Nöte verängstigter Amerikaner sind ihm herzlich egal, solange diese Leute nur das Kreuz an der richtigen Stelle machen. Er schürt die Ängste der Menschen und bietet sich gleichzeitig als derjenige an, der allein in der Lage sein will, ihnen die Ängste zu nehmen.
Die Republikaner sind Trumps dumpfen Parolen aufgesessen und haben sich von einer optimistischen Partei zu einer Partei der Apokalypse entwickelt. Schamlos haben sie Hillary Clinton als die alleinige Verantwortliche für alle Probleme des Landes benannt. Die Ex-Außenministerin, an der es gewiss genügend zu kritisieren gibt, wird das aushalten. Ob vor allem die noch unentschiedenen Wählerinnen und Wähler Trumps Unfug glauben, ist noch lange nicht ausgemacht. Am Ende könnte doch Clinton von der platten Argumentation profitieren.

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So warb Hillary Clinton 2009 für sich. Vielleicht auch jetzt eine Option.

Wenn es so kommt und Trump die Wahl verliert, dann wäre das erst recht das Ende der Republikaner, wie wir sie kennen. Erst betreiben sie acht Jahre lang Obstruktion und blockieren jeden Vorschlag von Präsident Obama. Und dann versuchen sie mit Lug, Trug, Unfug und einem Populisten ersten Ranges das Weiße Haus wieder zu gewinnen – und scheitern. Wie ernst wäre diese Partei noch zu nehmen?
Die Lage ist nicht so düster, wie sie Trump darstellt. Aber sie ist ernst. „America first“, der Abschottungskurs, den Trump in seiner Rede zum Abschluss des Parteitags zum Maß aller Dinge erklärte, ist brandgefährlich. In Zeiten von Globalisierung und Terrorismus braucht die Welt ein starkes, engagiertes Amerika, genauso wie Amerika die Welt braucht. Mit einem Präsidenten Trump wäre Amerika aber weder stark noch engagiert.