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Wer in den USA Präsidentschaftswahlen gewinnen will, muss sehr unterschiedliche Gruppen von Menschen für sich begeistern. Dem Demokraten Barack Obama gelang das zwei Mal. Ihn wählten Afroamerikaner, Latinos und Amerikaner asiatischer Herkunft, er gewann eine deutliche Mehrheit der Stimmen von Frauen, Geringverdienern und Hochgebildeten. Lediglich bei weißen, nicht gut ausgebildeten und gestellten Männern unterlag er seinem Herausforderer Mitt Romney. Die Konsequenz?

Die Diagnose der Republikaner nach den Wahlen 2012 – parteiintern auch Autopsie genannt – war eindeutig: Angesichts des demografischen Wandels zugunsten der nicht-weißen Bevölkerungsgruppen muss sich die Partei öffnen, sonst bekommt sie auf absehbare Zeit keinen Fuß mehr in die Tür des Weißen Hauses. An der republikanischen Politik hat sich dennoch nichts geändert. Sie hat weiterhin alles versucht, um eine Reform des Einwanderungsrechts zu verhindern und die Gesundheitsreform wieder abzuschaffen, von der eben vor allem die Minderheiten profitieren.

Insofern ist es nur konsequent, dass Donald J. Trump in dieser Woche auf dem Republikaner-Parteitag offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt wurde. Er hat schon 2013 per Twitter eine Öffnung der Partei für Irrsinn erklärt – und diese Haltung in seiner bisherigen Kampagne eindrucksvoll rassistisch bestätigt. Die Republikaner werden also erneut – nur ein wenig plakativer – auf das weiße Amerika setzen. Und damit ein wenig drastischer scheitern. Dass der Sieg von Hillary Clinton dennoch nicht leicht sein wird, liegt an ihr selbst. Schließlich hat sie sich in epischen Politikschlachten der letzten 20 Jahre ein Image als kalte Ingenieurin der Macht erworben, dass ihr nicht gerade die Herzen der Menschen zufliegen lässt. Ihr politisches Programm hingegen dürfte genau jenes Bündnis von Wählern ansprechen, das sie für einen Sieg braucht.