Von Damir Fras

WASHINGTON.  Dana Milbank hat es sich sozusagen selbst eingebrockt. Vor gut sieben Monaten versprach der bekannte Kolumnist der US-Hauptstadtzeitung „Washington Post“, er werde die Zeitungsseite, auf der sein Kommentar stand, samt Druckerschwärze und Papier aufessen, sollte Donald Trump der Präsidentschaftskandidat der Republikaner werden. Er habe aber Vertrauen in die amerikanischen Wähler, dass sie es soweit nicht kommen lassen würden. Doch Milbank hat sich schwer geirrt.

Trump steht als Kandidat so gut wie fest. Es ist also an der Zeit, das Versprechen einzulösen. So hat der Kolumnist die Leser der „Post“ jetzt aufgerufen, Rezeptvorschläge für Gerichte mit Zeitungspapier einzusenden.  Eine Auswahl davon soll der Washingtoner Chefkoch Victor Albisu aus dem Restaurant „Del Campo“ am kommenden Donnerstag zubereiten. Der zeitungseigene Gastro-Kritiker Tom Sietsema wird vorkosten und bewerten, und Dana Milbank muss die papiernen Köstlichkeiten dann verspeisen. Das, na ja, kulinarische Ereignis soll schließlich auf der Facebook-Seite der „Washington Post“ live übertragen werden.

Hier ist der etwas mitgenommene Milbank zu sehen mit seiner Ankündigung:

https://www.washingtonpost.com/video/editorial/i-promised-to-eat-my-column-if-trump-got-the-nomination-im-keeping-my-promise/2016/05/04/e12f9452-1272-11e6-a9b5-bf703a5a7191_video.html

Zu den Vorschlägen aus der Leserschaft gehören: kalte Erbsen- und Zeitungssuppe mit Minze; Frühlingsrollen, umwickelt mit Zeitungspapier;  Falafel aus gehackter Zeitung; Lamm, geräuchert mit Zeitungspapier; Krautwickel aus Zeitung; Zeitungslasagne; Kolumne, der Bekömmlichkeit wegen in Whiskey aufgelöst oder mit Senf serviert; Hackbraten mit Zeitung statt Semmelbröseln.

Obwohl Milbank noch nicht verraten will, welche Speisen er zu sich nehmen wird, sagt er schon: „Mir läuft das Wasser im Mund zusammen.“  Und er verspricht in Anlehnung an Donald Trumps Pläne, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen und das Nachbarland dafür bezahlen zu lassen: „Wir werden ein großartiges, wunderbares Gericht kochen – und Mexiko wird dafür bezahlen.“

Wohl bekomm’s!