Cruzu-Hannity

Der erzkonservative Senator Ted Cruz mit dem reaktionären Moderator Sean Hannity.             Photo Gage Skidmore / Flickr

In Wyoming hat sich Donald Trump erst gar nicht um den Sieg bei den Vorwahlen bemüht. Daher darf sich Ted Cruz über 14 weitere Delegiertenstimmen beim Parteikonvent im Sommer freuen. Doch viel interessanter ist was im Hintergrund passiert.

 

 

Eines ist aber klar bei diesen Vorwahlen: Ted Cruz wird nicht die meisten Delegiertenstimmen beim Parteikonvent haben, das den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner küren soll. Also richtet sich seine Strategie darauf, eine Mehrheit Donald Trumps beim ersten Wahlgang im Konvent zu verhindern. Denn nur bei dieser ersten Abstimmung sind die Delegierten an das Ergebnis in ihrem Bundesstaat gebunden. Danach können sie nach ihrem Gewissen abstimmen – oder je nachdem, was ihnen ein potenzieller Präsidentschaftskandidat so anbietet: einen lukrativen Job in der künftigen Regierung oder einen Flug mit der ganzen Familie in der Präsidentenmaschine Air Force One oder …

Cruz hat für dieses schmuddelige Geschäft eine Reihe von Profis angestellt. Ihm macht es nichts aus, ein bisschen schmutzig zu spielen. Schon bei den Vorwahlen in New Hampshire ließ er eine Mail verbreiten – oder sagen wir sein Umfeld verschickte sie -, dass der Konkurrent Ben Carson aus dem Rennen sei. Seine Sympathisanten sollten doch nun für Cruz stimmen. Der Coup flog auf, doch das hatte keine Konsequenzen. Außer vielleicht, dass Cruz bei vielen Bürgern sein Image als skrupelloser Unsympath wieder einmal mehr als bestätigt hat.

Da Donald Trump die nächsten wichtigen Vorwahlen, vor allem in New York und Pennsylvania, gewinnen wird und am Ende höchstens knapp die erforderliche Zahl von 1.237 Delegiertenstimmen verfehlen dürfte, setzt Cruz auf Hinterzimmer-Diplomatie, um sich in Position zu bringen. Er glaubt tatsächlich, dass er so im letzten Augenblick noch Trump verhindern und sich selbst zum Kandidaten krönen lassen kann. Die Partei lässt Dirty Ted wirken, weil sie vermutlich die kleine Chance sieht, dass sich die beiden Opponenten letztlich gegenseitig blockieren. Dann könnten die Republikaner einen Präsidentschaftskandidaten nach ihrem Gusto aus dem Hut zaubern. Realistisch mag das zwar derzeit nicht klingen, doch in diesem Jahr ist alles möglich. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, hat sich jedenfalls mit diesem Video schon mal in Stellung gebracht – und etwaige Absichten natürlich nicht bestätigt … :