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Marco Rubio zeigt, was er kann. GIF by T.J. Hawk/Flickr

 

Na, wer hätte das gedacht: Donald Trump gerät endlich mal unter Druck. Es hat zwar zehn TV-Debatten der republikanischen Präsidentschaftskandidaten dafür gebraucht, aber dieses Mal endlich haben seine Konkurrenten Marco Rubio und Ted Cruz den Milliardär scharf angegriffen. Ob das jedoch reicht, um noch eine Wende zu erreichen?

 

Seien wir ehrlich: Wohl kaum. Obwohl in diesem Präsidentschaftswahlkampf ja nichts so ist, wie es früher einmal war, scheint es unwahrscheinlich, dass ein starker Debattenauftritt von Marco Rubio den Trend für Trump noch stoppen kann. Zu spät und letztlich nicht entscheidend haben die republikanischen Kandidaten versucht, den Milliardär aus dem Konzept zu bringen, seine oberflächlichen und schwachen Politikvorschläge zu entlarven und seine Reputation als erfolgreicher Geschäftsmann zu Recht in Frage zu stellen. Trump musste zwar einige Treffer einstecken, aber wenn es ums öffentliche Raufen mit seinen Gegner geht, hat er auch immer einen Counterpunch in petto (wie dieser Ausschnitt zeigt):

Rubio und Cruz haben also erstmals versucht, Trumps Schwachstellen zu benennen: seine Geschäftspraktiken, seine Insolvenzen, seine dubiose „Hochschule“, seine Rechtsstreitigkeiten wegen der Beschäftigung illegaler Arbeiter, seine illusionären Politikvorschläge. Schön und gut. Gleichzeitig hörten sie sich, verständlicherweise, wie eben jene Washington Insider an, die sie ja sind. Unter normalen Umständen wäre das kein Nachteil, etwas vom politischen Geschäft versteht, wenn man Präsident werden will.  Nicht so dieses Mal. Gerade Trumps Anhänger wollen einen Außenseiter im Weißen Haus sehen – und in dieser Hinsicht hat Trump wieder einmal bewiesen, dass er genau das ist.

Und für die Masochisten unter den Lesern hier ein Link zur kompletten Debatte: https://youtu.be/w1n7EbHn0x4

Die Republikanische Partei dürfte eigentlich nicht überrascht sein über diesen Erfolg. Sie hat schließlich jahrelang der Tea Party viel Raum gegeben für ihre Propaganda gegen Washington, gegen quasi jede Form von Regierung (besonders natürlich Obamas Präsidentschaft) und gegen das „Establishment“. Sie hat ideologisch Trump den Weg bereitet, den er nun entschlossen beschreitet. Das Ironische daran ist nur: Der Populist stößt bei seinem Marsch aufs Weiße Haus nun die Tea-Party-Leute rechts und links in den Graben. Mit einem gewaltigen Furor schafft er fast im Alleingang eine neue Bewegung in der Partei, gegen die weder die halbwegs pragmatische Parteiführung, inklusive der führenden Leute im Kongress, noch die erzkonservativen Propagandisten der Tea Party noch ankommen.

Das zumindest ist der Stand heute. Vielleicht ändert sich daran noch etwas bis nächsten Mittwoch. Bislang sieht es aber nicht danach aus.