Es wird ernst bei den Vorwahlen in den USA. In zwei Wochen fällt die Entscheidung im ersten Bundesstaat Iowa, kurz darauf in New Hampshire. Zwar kann bis dahin noch einiges passieren, doch die Erfahrung zeigt: Wer Mitte Januar nicht gut in den Umfragen dasteht, hat keine Chance bei diesen frühen Vorwahlen – und damit letztlich auch nicht bei den folgenden.

So funktioniert das US-Wahlsystem, mag es Außenstehenden auch noch so absurd erscheinen. Es ist ein Relikt aus einer vormodernen Zeit. Und dazu passend agieren die Bewerber der Republikaner: Sie sind samt und sonders gegen Einwanderung, gegen Schwangerschaftsabbrüche, gegen ein Gesundheitssystem für alle, gegen Umverteilung von oben nach unten, gegen eine zentrale Rolle des Staates im Leben seiner Bürger.

 

Diese einheitliche Haltung wurde auch in der republikanischen TV-Debatte am Mittwochabend deutlich, trotz all der Scharmützel zwischen den Teilnehmern. Es macht daher keinen großen Unterschied ob nun der großmäulige Milliardär Donald Trump für die Konservativen in der Präsidentschaftswahl antreten wird oder der texanische Senator Ted Cruz – den selbst sein Parteifreund John McCain für einen „verrückten Vogel“ hält – oder der moderater klingende Senator Marco Rubio aus Florida. Wenn einer von ihnen tatsächlich Präsident würde, wäre es ein Sieg der Reaktion, dessen Folgen unabsehbar sind.