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Fox News GOP Merger - Faux News

Fox News GOP Merger – Faux News

Vor diesem Tag fürchten sich schon viele der republikanischen Präsidentschaftskandidaten: Am 6. August wird der konservative Kabelsender Fox News die erste TV-Debatte veranstalten – und nur10 der 17 „Hoffnungsträger“ dürfen dabei sein.

Das hat es noch nie gebeben im US-Wahlkampf: Ein Fersehsender entscheidet, wer sich überhaupt präsentieren darf – wer die Chance erhält, der Nation seine Ideen vorzustellen. Denn nichts beeinflusst die potenziellen Wähler so stark, wie ein gelungener Auftritt eines Kandidaten bei einer TV-Debatte. Schon John F. Kennedy hat 1960 enorm von seiner Präsenz bei der Debatte mit Richard Nixon profitiert. Auch Ronald Reagan punktete in einem TV-Duell gegen Walter Mondale – und zwar vor allem mit seiner Schlagfertigkeit. Auf sein Alter angesprochen antwortete der damals immerhin schon 73-jährige: „Ich werde Altersfragen in dieser Kampagne nicht thematisieren. Ich werde die Jugend und Unerfahrenheit meines Opponenten nicht politisch ausschlachten.

Bei den Vorwahlen sind Schlagfertigkeit und prägnante Formulierungen noch wichtiger, weil nicht zwei, sondern mehrere Kandidaten gegeneinander antreten – in diesem Fall sogar zehn. Hinzu kommt: Einer der Protagonisten wird jetzt Donald Trump sein. Jener Trump, der derzeit in der Berichterstattung alle Konkurrenten problemlos in den Schatten stellt; jener Trump, der eine eigene Fersehsendung moderiert hat – also ein Profi ist -, jener Trump, der absolut unberechenbar ist und dem keine Peinlichkeit zu schaden scheint. Die Washington Post berichtet heute, wie schwer sich die anderen Kandidaten mit der Debattenvorbereitung tun, weil sie einfach nicht wissen, was Trump sagen könnte (http://www.washingtonpost.com/politics/trumps-presence-in-first-gop-debate-makes-prep-challenging-for-candidates/2015/07/29/2e34766a-3564-11e5-8e66-07b4603ec92a_story.html).

Sicher, die TV-Debatte könnte dem Schnoddermaul Trump auch zum Verhängnis werden. Doch das ist eher nicht zu erwarten. Der Medienprofi weiß bei allen Verrücktheiten, zu denen er neigt, sehr genau, wie er sich effektvoll in Szene setzt. Er verkörpert zudem genau das, was viele Anhänger der Republikaner wollen – Distanz zum Politik-Moloch Washington. Wenn er weiter populistisch gegen Einwanderer und Loser polemisiert, bleibt er der Liebling der Rechten in der Partei. Dieses Image pfegt er auch, indem er solch originelle Ideen hat, wie Sarah Palin über die Maßen zu loben, die Ikone des erzkonservativen Tea-Party-Flügels in der Partei.

Sollte Trump seine Kampagne erfolgreich fortsetzen, hätten die Republikaner ein ernstes Problem. Vor vier Jahren stoppte das Partei-Establishment Newt Gingrich, indem sie ihm jede Unterstützung versagte, nachdem er durch einen Sieg in South Carolina plötzlich Mitt Romney gefährlich geworden war. Denn nur Romney traute die Partei zu, Barack Obama zu schlagen. Trump jedoch ist unabhängig und das Wohlergehen der Partei sehr egal. Besonders fatal könnte die Lage für die Republikaner werden, wenn nun in den Hauptwahlen aussichtsreiche Kandidaten gar nicht erst bei Fox debattieren dürfen und damit ihre Ambitionen begraben müssen.

d