In Deutschland wäre vorbei jetzt mit der Kandidatur eines Mannes wie Mike Huckabee. In den USA ist es nicht so. Retten wird ihn das auch nicht. Von Daniel Haufler
Während sich allerorten die Politiker in den Sommerurlaub verabschieden, tobt in den USA der Vorwahlkampf in der Republikanischen Partei immer heftiger. Nachdem der Milliardär Donald Trump erst mexikanische Einwanderer als Vergewaltiger verunglimpfte und dann den ehrbaren Vietnam-Veteranen und Senator John McCain derb herabwürdigte, hat nun der ehemalige Gouverneur von Arkansas Mike Huckabee selbst diese bislang schrillsten Kommentare der Kandidaten getoppt. Er sagte tatsächlich, dass US-Präsident Barack Obama mit dem iranischen Atomdeal „die Israelis praktisch an die Tür des Ofens führen“ würde – sie also einer Vernichtung wie im Holocaust preisgebe.

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Photo by Gage Skidmore

Solch eine Kritik am Präsidenten ist selbst für einen konservativen Republikaner ungeheuerlich  und noch dazu ungemein dämlich. Zumal Huckabee offenkundig nicht nur um die Sicherheit Israels besorgt ist, sondern vor allem um seine eigene Präsidentschaftskandidatur. In den Umfragen liegt er abgeschlagen im Mittelfeld, weit hinter Trump und seriösen Kandidaten wie Jeb Bush oder Marco Rubio. Seine Äußerung zielt daher auf die besonders konservativen Wähler, ohne die er nicht die geringste Chance hat, es überhaupt in die Vorwahlen in den ersten Bundesstaaten zu schaffen.  Es lässt wahrlich nichts Gutes ahnen für den Wahlkampf um die Präsidentschaft in den USA, wenn er schon jetzt einen solchen Tiefpunkt erreicht.