Wieder einmal ist eine Schwarze nach einer Begegnung mit einem weißen Polizisten gestorben. Wie lange wird das so weitergehen? Von Daniel Haufler

Es kann gut sein, dass es stimmt: Der Autobahn-Polizist in Texas ist kein Rassist. Er hat die junge Frau, die versäumte, beim Spurwechsel zu blinken, nicht aus dem Auto gezerrt, weil sie schwarz ist, nicht mit einem Elektroschocker bedroht, weil sie schwarz ist. Und nicht tagelang ins Gefängnis gesperrt, weil sie schwarz ist – sondern all das nur getan hat, weil sie eine Verkehrswidrigkeit begangen hat, ihre Zigarette nicht ausmachen wollte und dann in einem hitzigen Wortgefecht am Ende ein paar deftige Beleidigungen gebrüllt hat. Es kann gut sein, dass es so gewesen ist. Doch nun ist die Frau tot. Wahrscheinlich hat sie sich in ihrer Zelle erhängt, obwohl ihre Familie daran erheblich zweifelt.

Tatsache ist: Wieder einmal hat ein Polizist in den USA völlig unverhältnismäßig gehandelt und jegliche Professionalität vermissen lassen. Nie und nimmer hätte er so brutal agieren dürfen, geschweige denn die Frau für eine Bagatelle inhaftieren. Seine Vorgesetzten mussten ihn unverzüglich vom Dienst suspendieren und seine Tat verurteilen, weil er großflächig gegen die Dienstvorschriften verstoßen hat. Das ist richtig und gut so. Doch es ändert weder am Tod der Frau etwas noch an der Tatsache, dass wieder eine Schwarze Opfer von Polizeibrutalität wurde. Es ist wohl doch eher so, dass ihre Hautfarbe das Problem war und nicht der Blinker ihres Wagens.

Larry Wilmore analysiert es in seiner Nightly Show präzise: