by Heiko Sakurai

by Heiko Sakurai

Das kann nicht gut gehen. Dachten die Republikaner bislang. Schließlich schwadroniert der Milliardär Donald Trump als Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Partei so allerlei unerhörtes Zeug. Etwa: Mexiko schickt als illegale Einwanderer lauter Leute, die Verbrecher sind oder Vergewaltiger oder natürlich beides. Eigentlich sollte man einen Aufschrei der Empörung selbst bei den Republikanern erwarten, zum Beispiel von Jeb Bush, dessen Frau aus Mexiko stammt. Immerhin twitterte Trump zudem:

trump-tweet

Jeb Bush sagte jedoch lediglich, dass er glaube, „Donald Trump repräsentiert nicht die Republikanische Partei. Seine Ansichten bewegen sich weit jenseits des Mainstreams der Republikaner.“ So verhalten? Ja. Vielleicht auch, weil eine Umfrage (http://www.quinnipiac.edu/images/polling/ia/ia07062015_Ip52rg.pdf) just zum gleichen Zeitpunkt zu einem erschütternden Ergebnis kommt: 46 Prozent der republikanischen Wähler wollen, dass illegale Einwanderer abgeschoben werden. Trumps Populismus fällt also bei der Basis auf fruchtbaren Boden.

In dieser Woche schien es nun allerdings wirklich eng zu werden für Trump. Immerhin beleidigte den bekannten Senator und Vietnam-Veteranen John McCain, den viele in der Partei als mutigen Kriegshelden betrachten: „Er ist lediglich ein Held, weil er gefangen genommen wurde. Ich mag Leute, die sich nicht gefangen nehmen lassen!“ Konservative Kommentatoren glaubten, dass diese Aussage den Milliardär aus dem Rennen werfen würde, da sie nicht nur McCain, sondern alle ehemaligen Kriegsgefangenen beleidigt. Hinzu kommt, dass Trump immer mehr dazu übergeht, seine Mitbewerber derb vorzuführen:

Das Ergebnis trotz alledem: Trump führt in den jüngsten Umfragen souverän und dominiert die Berichterstattung. Noch nie war die alte Weisheit von Oscar Wilde so wahr wie hier: „Mir egal, was die Leute über mich schreiben,
Hauptsache sie schreiben meinen Namen richtig.

Kaum beachtet wird hingegen, dass auch seriöse Kandidaten wie John Kasich sich nun um die Präsidentschaftskandidatur bewerben, mit einem ernstzunehmenden Programm, das sogar bei unabhängigen Wählern ankommen kann. Jenen Wählern also, die oft genug entscheidend sind am Ende. Bis es soweit ist, amüsieren sich alle mit der Satire „Donald und wie er die Welt sieht“.