US-Präsident Barack Obama hat das Land verändert – nicht so stark, wie manche hofften, aber er hat einiges erreicht. Sein politisches Erbe wird auch davon abhängen, wer ihm nachfolgt. Das  ist noch völlig offen. Es wird also ein spannender Wahlkampf, vor allem bei den Republikanern:

Berliner Zeitung/ Lena Sy

Wer wissen will, was bei diesen Wahlen auf dem Spiel steht, der muss nur einen Blick zurück werfen auf die letzte Juniwoche. Innerhalb weniger Tage hat der Supreme Court erst die Gesundheitsreform bestätigt, dann den Fair Housing Act gerettet und schließlich die Homo-Ehe für das ganze Land legalisiert – und US-Präsident Barack Obama hat in einer berührenden Trauerrede in Charleston sich nicht nur als theologisch bewanderter Prediger erwiesen, sondern eine klare politische Botschaft gegen Rassenhass und Waffenwahn verkündet.

Es war eine Woche des liberalen Amerikas, auf dass der konservative Nachrichtensender Fox News erwartungsgemäß schockiert reagierte. Und noch wichtiger: Alle Kandidaten der Republikaner für die Präsidentschaft im Jahr 2016 lehnen dieses Amerika vehement ab und wollen es zurück in die Vor-Obama-Zeit führen. Die Unterschiede zwischen den Kandidaten sind dabei nur graduell. Dabei gibt es mittlerweile schon 14 von ihnen (die wir demnächst alle noch im einzelnen vorstellen werden).

Bei den Demokraten zeigt sich ein ganz anderes Bild. Hillary Clinton ist unbestreitbar die Favoritin bei den Vorwahlen – obwohl Bernie Sanders sich bislang gut schlägt. Der unabhängige Senator von Vermont, der sich selbst als Sozialisten bezeichnet, zieht Tausende Anhänger zu seinen Veranstaltungen und findet überraschend viele Spender für seine Kampagne. Womöglich wird das Rennen also durchaus noch spannender, als viele denken.

In jedem Fall ist völlig offen, wer im nächsten Jahr das Weiße Haus erobern wird. Wir werden den Wahlkampf genau beobachten, auch die Ereignisse, die es nicht in die hiesigen Nachrichten schaffen. Schließlich wird auch der nächste Präsident oder die nächste Präsidentin der USA angesichts der Krisen weltweit eine Schlüsselrolle spielen. Zumal Europa ja mehr mit sich selbst beschäftigt ist als mit den Problemen in Nahost, Asien oder Afrika.

Wir freuen uns auch über Kommentare und Debatten – und werden uns bemühen, so schnell es geht auf Fragen zu antworten.

Damir Fras & Daniel Haufler

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